Rückblick | Mein erster Stammtisch – Katharina

Das erste Mal zu einem Stammtisch zu gehen, hat mich ziemlich viel Überwindung gekostet. Ich, als eher schüchterne und zurückhaltende Person und ein Haufen Leute, die sich untereinander schon kennen? Mir war absolut nicht wohl bei dem Gedanken. Aber ich wollte unbedingt andere Leute mit ähnlichen Interessen/Vorlieben kennenlernen. Also habe ich jedes Fünkchen Mut zusammengekratzt und Interesse an einem Vorgespräch bekundet. Das sollte dann auch direkt vor dem Stammtisch stattfinden. 

In der Zeit bis dahin, war ich immer am schwanken, ob es das Richtige war, mich zu melden. Als der Tag dann kam, habe ich mal wieder jedes Krümelchen Mut aus seinem Versteck gezerrt und bin hin gefahren. Weil ich dem öffentlichen Nahverkehr nicht so ganz vertraut habe, bin ich ein wenig früher hin. Von der Bushaltestelle aus ging nur eine weitere Person in Richtung des Treffpunktes. Ich habe mir aber gedacht, da ich zehn Minuten zu früh bin, möchte ich dort nicht so rum sitzen, wie hinbestellt und nicht abgeholt. Also habe ich mir die restliche Zeit bis zum Treffen in einem Nahegelegenen Supermarkt mit Shoppen – sofern das in der Kürze der Zeit möglich ist – vertrieben. Als ich dann zum Treffen in der Bar war, hat sich herausgestellt, dass die andere an dem Vortreffen beteiligte Person genau die war, die vor mit in Richtung der Bar gelaufen ist… 
Dummerweise waren schon zwei Stammtischmitglieder eine halbe Stunde zu früh da. Die beiden wurden dann noch einmal nach draußen verbannt, bis ich mein erste Gespräch mit einer bekennenden nicht-vanilla-Person hinter mir hatte. Ich fand es sehr angenehm, dass die Besucher an diesem Abend der Reihe nach und nicht alle auf einmal eingetrudelt sind. So habe ich mich nicht von Beginn an überfordert oder außen vor gefühlt, da ich mich mit den meisten kurz unterhalten konnte. Das klingt jetzt vielleicht so, als hätte ich nur geredet – nein. Für den Anfang war ich vor allem damit zufrieden, mich hin und wieder zu unterhalten und großteils den anderen zuzuhören. 

Rückblickend betrachtet bin ich sehr froh, mich getraut zu haben und kann es jedem nur empfehlen, sich ebenfalls zu trauen.